Stationäre Medizin

Methode

Masseinheit : definierte Tagesdosis ( defined daily dose , DDD)


Das World Health Organization Collaborating Center of Drug Statistics Methodology hat die DDD als die angenommene mittlere tägliche Erhaltungsdosis für die Hauptindikation eines Wirkstoffes bei Erwachsenen definiert [1]. Die DDD entspricht nicht einer empfohlenen oder tatsächlich verordneten Tagesdosis, sondern einer technischen Maß- und Vergleichseinheit, die jedem Medikament fest zugeordnet wurde.


Die verschriebenen Antibiotikamengen in Gramm werden in DDD konvertiert und anschliessend als DDD pro 100 Pflegetage angegeben (Konsumdichte). Dieses Vorgehen enstpricht der von der WHO empfohlenen Vorgehensweise für vergleichende Antibiotikaverbrauchsstudien im stationären Bereich [3, 4]. Anzahl Pflegetage werden vom Bundesamt für Statistik definiert als Summe der Tage während eines Jahres an denen Patienten stationär betreut werden.

Datensammlung

Es wurde ein Überwachungsnetzwerk dank der Spitalapotheken der schweizer Akutspitäler errichtet. Diese senden dem Datenzentrum eine Zusammenstellung der an die Abteilungen gelieferten Antibiotikamengen. Schweizweit haben sich 62 Spitäler  am Überwachungssystem 2007 beteilig, 67 in 2017.

 

Resultate

In den Schweizer Akutspitälern stieg der Verbrauch von Antibiotika zur systemischen Anwendung (ATC-J01) zwischen 2007 und 2017 um 16 % auf 62.2 definierte Tagesdosen (Defined Daily Doses, DDD) pro 100 Pflegetage an (Abbildung 1).  

 

Abbildung 1. Antibiotikaverbrauch in DDD pro 100 Pflegetage (Balken) und in DDD pro 100 Einweisungen (schwarze Linie) für die ganzen Spitäler (hellgrau) und die Intensivpflegestationen (dunkelgrau).

 

Die am häufigsten verwendete Antibiotikagruppe waren die Penicilline (ATC-J01C), gefolgt von den anderen Beta-Laktam-Antibiotika, einschliesslich der Cephalosporinen (ATC-J01D) und der Chinolonen (ATC-Gruppe J01M).

 

Die Einführung des Überwachungssystems erlaubt nun einen Vergleich des Antibiotikakonsums der schweizer Spitäler mit denjenigen anderer europäischen Länder. Der Antibiotikaverbrauch in schweizer Spitälern bewegt sich gemäss diesen präleminären Daten im europäischen Mittelfeld [5].

 

Referenzen

[1] World Health Organization Collaboration Center for Drug Statistics Methodology. ATC index with DDDs. Oslo : World Health Organization, 2005.
[2] Natsch S, Hekster YA, de Jong R, Heerdink ER, Herings RM, van der Meer JW. Application of the ATC/DDD methodology to monitor antibiotic drug use. Eur J Clin Microbiol Infect Dis 1998 ; 17(1) :20-4.
[3] Dukes MN. Drug utilization studies. Methods and uses. WHO Reg Publ Eur Ser 1993 ; 45 :1-4.
[4] de With K, Maier L, Steib-Bauert M, Kern P, Kern WV. Trends in antibiotic use at a university hospital: defined or prescribed daily dose ? Patient days or admissions as denominator ? Infection. 2006; 34(2): 91-4.
[5] Plüss-Suard C, Pannatier A, Kronenberg A, Mühlemann K, Zanetti G. Hospital antibiotic consumption in Switzerland: comparison of a multicultural country with Europe. J Hosp Infect. 2011; 79(2): 166-71.