NRP49/72

NFP 49 «Antibiotika-Resistenz»

Das Nationale Forschungsprogramm "Antibiotika-Resistenz" (NFP 49) hatte den Auftrag, Methoden und Strategien für ein kontinuierliches Überwachungssystem zu entwickeln und eine Übersicht über die gegenwärtige Situation der Antibiotikaresistenz in der Schweiz bei Bakterien, die von Mensch und Tier, aus der Landwirtschaft, aus Lebensmitteln und aus der Umwelt herstammen, zu erstellen. Die Mobilität von resistenten Bakterien und Resistenzgenen und die daraus resultierende Gefahr für zukünftige Therapien wurde evaluiert. Mit molekularen Studien zur Resistenzbildung wurden neue Erkenntnisse für die Entwicklung von Antibiotika gewonnen. Auch die sozialen, rechtlichen, ethischen und wirtschaftlichen Konsequenzen der Bildung von Resistenzen auf Antibiotika und einer allfälligen Neureglementierung des Antibiotikaeinsatzes wurden untersucht. Das NFP 49 wurde in den Jahren 2001–2006 durchgeführt. Dank seiner Pionierarbeit ist das Schweizerische Zentrum für Antibiotikaresistenzen Anresis entstanden.

Schlussbericht des NFP 49 (in Englisch, PDF 5.7 MB)

 

NFP 72 «Antimikrobielle Resistenz»

Am 24. Juni 2015 hat der Bundesrat das neue Nationale Forschungsprogramm "Antimikrobielle Resistenz" (NFP 72) genehmigt und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit der Durchführung beauftragt. Das NFP 72 fokussiert nun wesentlich stärker auf anwendungsorientierte Forschung. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte im Bereich der Gensequenzierung und der biochemischen Analyse von Zellprozessen erzielt wurden.
Diese ermöglichen neue Forschungs­ und Lösungsansätze.

Das NFP 72 will zur Verringerung der antimikrobiellen Resistenz beitragen und dadurch Komplikationen bei der Behandlung von Infektionskrankheiten vermeiden. In Anbetracht der Mobilität von resistenten Bakterien zwischen Mensch, Tier und Umwelt verfolgt das NFP dabei einen ganzheitlichen, disziplinenübergreifenden One-Health-Ansatz. Das NFP verfügt über einen Finanzrahmen von CHF 20 Millionen und die Forschungsdauer beträgt 5 Jahre (2017-2021).